Leonope - was wäre...

Felgenreiniger nur mehr gegen Ausweis

Recht auf den Tod

leonope am 26. Januar 2009 · 14 Kommentare

Was wäre, wenn dein Kind eine schwere Infektionskrankheit hätte und man ihm deshalb beide Arme und Beine amputieren müsste?

Würdest Du die Ärzte bitten, die Narkose so zu setzen, dass es nicht mehr daraus aufwacht, oder würdest Du den „Rest“ der übrig bleibt in Watte packen und ihn zu Hause in die Ecke stellen? Würdest Du nicht wissen, was Du mit einem Kind sollst, das nur regungslos herumliegt, oder würdest Du dir sagen, dass es trotz allem noch Gefühle hat und „Spass“ am Leben haben kann? Würdest Du ´ne Spezialanfertigung besorgen und den Torso durch die Gegend schieben, oder würdest Du mit diesem „Teil“ vermeiden, auf der Strasse angestarrt zu werden? Was wenn man dir im Krankenhaus sagt, dass dein Kind trotz allem ein „gesundes“ Leben führen kann und was, wenn Du nicht weisst, ob Du mental auch dazu fähig bist, dir täglich dieses „Häufchen Elend“ anzusehen?

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bis jetzt 14 Antworten ↓

  • 1 Rufus am 26. Januar 2009 um 07:39

    Über so etwas denke ich nicht nach.

  • 2 NRj_66 am 26. Januar 2009 um 08:24

    Harte Gedanken. Aber so Sachen habe ich mir oft gedacht, mich als betroffenen eingeschlossen. Dies wird auch ein Grund sein, warum ich zufrieden bin, ohne alles zu haben, andere würden sagen, wenig.

    Also wenn das Kind nach der Amputation seine Wünsche frei äußert, so würde mir ein Weg einfallen diese, wie auch immer geartet, zu erfüllen.

    Aber G. b. m. davor. BITTE !

  • 3 leonope am 26. Januar 2009 um 10:41

    @Rufus…na ja…

    @NRj…in der Tat, das sind sie.

  • 4 p. am 26. Januar 2009 um 14:46

    Der Charakter eines Menschen ist Teil der Persönlichkeit, so viel mehr Teil als die Äußerlichkeiten. Mein Kind will ich lieben, auch wenn es noch so viele Defizite hat.

  • 5 NRj_66 am 26. Januar 2009 um 19:09

    @p. #4
    Ja, der Charakter ist aber auch formbar. Durch die Umgebung, das Klima, die anderen Lebensbedingungen, Erfahrungen, ect.
    Die Erfahrungen die man als „hübscher“ Mensch mit seiner Umwelt macht sind aber anders, als jene, die man als Aknebeule, Hasenscharte, Dicker, Kleiner, „häßlicher“ oder sonst wie geartet mit seiner Umwelt macht.
    Wenn man hier eh doch nicht die selben Chancen hat, wenn man ein wenig bis stark von der Norm abweicht (die hat zur Zeit nun mal je zwei Arme und Beine mit je fünf Fingern/Zehen) hat man es nicht einfach und der Charakter entwickelt sich dadurch mMn. anders, als wenn man der Norm entspricht. Oft in die neg. faklsche Richtung.
    Ich habe da schon mal länger drüber philosophiert und nachgedacht, speziell über Aussehen von Mädels in der Pupertät und die Entwicklung des Charakters.
    Am besten ist, wenn das häßliche Entlein sind, die erst dann zur vollen Blüte kommen, wenn die anderen schon wieder anfangen sich für den Herbst vorzubereiten.
    Ansonsten wird das eigene Aussehen und die Begierde der jungen Männchen aber auch alten „Platzhirsche“ zu oft zu früh als „Kapital“ eingesetzt und Geld versaut ja zu oft bekanntlich den Charakter.

  • 6 leonope am 27. Januar 2009 um 10:02

    @p…zumindest hätte es den Vorteil, dass man es leicht transportieren könnte :mrgreen: Ich weiss, ich bin unsensibel, böse und abartig!

    @NRj…dem schliesse ich mich gerne an.

  • 7 p. am 27. Januar 2009 um 13:10

    @NRj: Ich gebe dir recht damit, dass ich als „hübscher“ (^^) Mensch nicht in der Lage bin das Kind so einzuschätzen, wie es die Umwelt betrachten wird. Dennoch ist die Lebensberechtigung etwas, dass ich niemandem nehmen kann und möchte. Gerade weil jeder Mensch durch die Umgebung beeinflussbar ist, muss es doch nicht sein, dass zu einer negativen Folgerung kommt. Die Sache springt bei Erziehung an und geht dann erst hinaus. Ich weiß, dass es genügend platter Menschen gibt, die Menschen in diese zwei Gruppen einteilen, aber ganz ehrlich möchte ich weder einer der hübschen ungenierten Kapitalschläger sein, ebenso auch nicht Teil der hässlichen Fraktion. Sich für etwas einen Namen zu geben, sei es aus Arroganz oder Selbstmitleid verschönert vielleicht die eigene Wahrnehmung, aber distanziert betrachtet widerspricht es dem was ich unter Existenz und Leben verstehe. Es ist doch eben mehr als die Gradwanderung zwischen Schaffen und Versagen. Um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Eine Amputation ist für mich nicht das Ende einer solchen Gesinnung, auch nicht ein Anfang, sondern eine Tragödie, die geschieht. Vielleicht kenne ich auch einfach zu viele dieser Menschen, die alle auf dem Boden lagen und wieder aufgestanden sind, obwohl sie auf Krücken laufen, keine Arme haben oder andere Problematiken mit sich tragen. In welcher Form ein Leben lebenswerter ist, entscheidet sich doch letztendlich garnicht. Man kann das kategorisch vergleichen, aber konstruktiv bleibt es subjektiv.

    @leonope: Da möchte ich aber doch lieber einen ganz gelähmten haben. Die kann man auch noch falten ohne dass sie etwas spüren.

  • 8 NRj_66 am 27. Januar 2009 um 16:49

    Weil ich selber mal behindert war, weiß ich, das das Umfeld nicht so aufgeklärt reagiert. O.K. , seit den „Unser Walter“ – Zeiten ist es besser geworden, aber es war schon so, wie im Contergan-Film.

    Oben ist ja auch ein dramatisches Beispiel beschildert, nach dem ich pers. nicht mehr leben möchte. Einen Arm, Bein, Zahn, Niere, Auge oder so zu verlieren, kein Problem.

    Zufällig gestern einen Fall über ein 20 Jähriges Modell gelesen die inzwischen verstorben ist weil Sie durch eine Infektion oder so beide Beine, Arme, Nieren entfernt werden mußten und für Menschen mit solch einem Vorleben ist es bestimmt hart, zu hart.

    Ich gebe auch Dir zum großen Teil Recht aber die Praxis sieht nun mal leider anders aus. Bewerb dich mal mit Akne als Verkäuferin z.B. . Arbeite als kleiner Mensch als Elektriker und brauch immer ein Höckerchen, wo andere ohne Hilfsmittel hinkommen.

    Das Hauptproblem sehe ich in Vorurteilen, Pauschalisierung, Bequemlichkeit oder/und Angst sich mit Themen, die einen Unbehagen bescheren könnten fern zu halten und statt dessen berieseln zu lassen von der schönen „Medienlichterfarbenwelt“.

  • 9 Christian in Wien am 28. Januar 2009 um 19:29

    über sowas will ich gar nicht nachdenken.

  • 10 leonope am 29. Januar 2009 um 14:12

    @Christian…haben sich wohl mehrere gedacht :)

  • 11 Cybermami am 29. Januar 2009 um 14:42

    *rotwerd* ich bekenne mich schuldig. Unangenehm, äusserst unangenehm.

  • 12 leonope am 29. Januar 2009 um 18:55

    @Cybermami…yep, manchmal überkommt es mich einfach :)

  • 13 Cybermami am 29. Januar 2009 um 21:25

    @leonope… und wenn ich jetzt wegen dir nicht schlafen kann und zwei „Gute-Nacht-Becher“ brauche? Hast du noch Aspirin?? :)

  • 14 leonope am 30. Januar 2009 um 09:01

    @Cybermami…klar, eins rüberschupfe :)

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