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Felgenreiniger nur mehr gegen Ausweis

Von Zockern, Börsenhaien und den Bahamas

leonope am 26. August 2017 · keine Kommentare

Gestern hatte ich wieder einmal eine längere Diskussion mit ein paar Bekannten. Der eine sitzt in einer Bank in der ‚Zockerabteilung‘ bei den Aktienhändlern, der andere übt den aufregenden Beruf des Versicherungsmathematikers aus und einer ist selbständiger Autohändler. Zwei von Ihnen üben somit einen Beruf aus, der in gewisser Weise mit Zocken zu tun hat. Einer spielt mit dem Risiko, der andere will selbiges mit Wahrscheinlichkeiten so gut wie möglich minimieren. Wobei man Wahrscheinlichkeiten meiner Meinung nach besser berechnen kann. Und was den Autokumpel angeht… der ist sowieso ein Spieler. Was mich dann aber wieder aufregte war, dass gerade die beiden die jeden Tag um und mit der Kohle anderer jonglieren sich darüber wunderten, dass ich ab und zu bei 77 etwas gamble. Ich tue das nicht im grossen Stil um mir meinen Tempel auf den Bahamas leisten zu können und die drei Aston Martins in der Garage zu erhalten. Das Boot am Steg war übrigens ein Geschenk meines Ex-Partners. Dafür, dass er mich los wurde. Nein, ich pokere weil es mich einfach entspannt und mir richtig Spass macht. Klar, ab und zu kriege ich eine auf die Finger, aber ebenso oft gewinne ich ein wenig und das freut mich dann. So kann ich mir wieder ein paar mit Trüffeln gefüllte Pralinen aus Belgien schicken lassen und das Leben geniessen. Wer übrigens nicht gleich echtes Geld einsetzen will, der kann auf 77 einmal ohne jedes Risiko sein Glück versuchen, bevor er sich seinen neuen Reichtum „erarbeitet“.

Aber Spass beiseite. Im Grunde ist das ganze ein einziges Nullsummenspiel. Mal gewinne ich, mal verliere ich. Ich zocke nicht um grosse Beträge, halte so einerseits die Füsse am Boden und andererseits bleibt der Faktor Spiel und Spass erhalten. Gefährlich wäre es wenn ich wirklich die fette Kohle hätte. Da wäre ich eindeutig gefährdet. Aber so wie ich das betreibe ist es einfach Spiel & Spass und die Freude an der Sache. Am Ende ist es sicher auch gut, dass ich nicht über unbeschränkte Mittel verfüge, denn dann wäre ich wahrscheinlich Stammgast in Las Vegas. Übrigens ein Traum von mir irgendwann einmal den wahren Zockern, den “High Rollers” dabei zuzusehen wie sie ihre Kohle förmlich schreddern. Aber bis es soweit ist werde ich weiter im Internet zocken und mich über den einen oder anderen kleinen Gewinn freuen. Und sollte ich das Glück haben einmal wirklich richtig abzuräumen, dann kauf´ ich mir ein grösseres Boot. Die 20 Meter Jolle vorm Palast ist ja wirklich mehr als nur erbärmlich.

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