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Juni 10, 2008

Wie es ein Land schafft trotzdem im Dunkeln zu tappen, obwohl alle Lichter aufgedreht sind

Geposted in: Randbemerkung

Wien ist anders! Definitiv! Und jetzt haben wir ja auch noch die EM in der Stadt. Schlimmer geht es wirklich nicht mehr. Was in jeder anderen Stadt der Welt als Riesenchance und mit offenen Armen angenommen würde, erweist sich im Land der Neider, Nörgler und Verhinderer wieder einmal als typisch österreichische Operette. Dieses Land hat es einfach nicht drauf.

Die altehrwürdige Wiener Innenstadt, welche in internationalen Medien als die schönste Fanzone der Welt bezeichnet wird, verkommt zu einer Jammermeile der Superlative. Standmieten von bis zu 40 000 Euro treiben Standbetreiber, die von der selbsternannten sozialsten Stadtführung aller Zeiten in irgendwelchen Seitengassen versteckt wurden in den vorhersehbaren Ruin weil es keine Zugänge zu ihnen gibt. Eine logistische Meisterleistung!

Besucher verweigern den Konsum eines von der UEFA protektionierten dänischen Bierkonzerns weil dieser so weltfremde Preise verlangt, dass jedem vernünftigen Menschen die Luft wegbleibt und noch weltfremdere Wiener, die sich aus ihren Löchern in den Vorstadtbezirken in die exklusive Innenstadt gewagt haben, stehen vor Fakten, die sie glauben lassen auf einem anderen Planeten angekommen zu sein.

Nun ist es ja nicht so, dass man nicht weiss, dass man bei solchen Grossevents abgezockt wird bis die Börse blutet. Das ist normal und sollte eigentlich jedermann bekannt sein. Ob es funktioniert ist dann halt eine andere Frage. Genau hier hat sich jedoch der international durchaus erfahrene dänische Biererzeuger wie es aussieht und im Grunde genommen auch vorhersehbar war, schwer verrechnet.

Hätte er nämlich seine Hausaufgaben gemacht, dann würde er wissen, dass der Wiener ein eigenes Volk ist. Spass und Geselligkeit stehen sicher im Vordergrund und der ewig grantelnde Wiener Bürger ist auch gerne bereit mal mehr zu bezahlen. Allerdings, und genau da beisst sich die Katze in den Schwanz: Nur für eigenes, ihm bekanntes. Was soviel bedeutet wie: Hätte Ottakringer oder Gösser den Bierausschank zu verantworten, dann würden die Wiener zwar fürchterlich jammern, aber saufen bis sie umfallen.

Nachdem aber ein Gebräu namens Carlsberg, welches übrigens wie Katzenpisse schmeckt, getrunken werden „muss“, und das noch dazu in einem Land, das für seine Bierkultur weltberühmt ist, und dem verwöhnten Gaumen hier 4 Euro 50 aus der Tasche zieht, ist das Desaster perfekt.

Der Wiener verweigert beinhart dieses Spülmittel zu kaufen und die armen Verlierer sind die Standbetreiber die über Einbussen von 90% der von der „Stadtführung“prognostizierten Umsätze klagen. So eine falsche Prognose abzugeben und damit ehrliche Gastronomiebetreiber in den Ruin zu jagen, da gehört schon eine gewisse Skrupellosigkeit und vor allem eine völlig fehlende wirtschaftliche Kompetenz und Weitsicht dazu. Aber woher sollen sie die auch haben. Sind es doch gerade die „Roten“, die dieses Land in eine Situation gebracht haben, die jeglicher sozialer und wirtschaftlicher Kompetenz entbehrt. Im Gegenteil. Keine andere Regierung der Zweiten Republik hat ihre Wähler mehr belogen, betrogen und abgezockt als jene, die gerade im Amt ist. Aber das ist ein anderes Thema :)

Nachdem die „Standler“ jetzt bereits lauthals mit einem Streik gedroht haben, haben die „Marketingexperten“ von Carlsberg nun „nachjustiert“ und angekündigt, den Fusel in der Zeit von 14 bis 17 Uhr um 1 Euro billiger zu verkaufen. Es wird den verwöhnten Biergaumen eines Österreichers trotztdem nicht versöhnen und er wird weiterhin verweigern, dieses Lulu-Gebräu zu trinken. Welch Glück, dass so viele „Ausländer“ in der Stadt sind die aus Ländern kommen, wo das Bier auch nicht viel besser ist und dieser Fusel somit nicht wirklich bewertet werden kann.

So kommen die Mannen von Carlsberg wahrscheinlich grade noch auf eine Kostendeckung. Die Millionen die sie an die UEFA überwiesen haben müssen schliesslich wieder reinkommen. Und in die Stadtkasse muss ja auch noch was fliessen.

Eine kleine Episode vom Rathausplatz, die zeigt, wie die Wiener Seele wirklich tickt, sei hier zum Besten gegeben:

Reporter: Ich sehe sie hier stehen mit einer Zigarette in der Hand und einer kleinen Fahne. Aber nichts zum Trinken. Warum?

Wiener: (im tiefsten Wiener Slang) Weu i kan Schuss hab und 4,50 fia a Kriagl (Krügerl=1/2 Liter Bier) zoi. Des is jo a Waunsinn sovü zu valaunga (verlangen). Lauta Vabrecha (Lauter Verbrecher) und Gsindl die nur mein Schüling (Schilling, die Währung die es seit hundert Jahren schon nicht mehr gibt im Land der Hämmer) haum woin (wollen).

Reporter: Was müsste es denn kosten, dass sie eines kaufen? Einen Euro weniger?

Wiener: Naaa, des is jo ollas vü z´teia (viel zu teuer). Zwa 50 bis 2 ochtzg (2,80) warad (wäre) a noamala Preis.

Reporter: Aber um 2,80 bekommen sie doch in ganz Wien kein Krügerl mehr zu kaufen. Das ist doch schon lange her.

Wiener: Owa naaa, bei mir daham kriag i des Kriagl no immer um 2,60.

Reporter: Und wo bitte ist das?

Wiener: Nau im Zehnten! (Dazu muss man wissen, dass der 10. Bezirk so ziemlich das Letzte ist wo man wohnen kann weil dort der ganze Russ von Wien konzentriert im Ghetto lebt und man sich bestenfalls im Cafe Susi, Doris oder Franzi trifft um über grosse Politik zu sprechen. Oder über Fussball).

Reporter: Na Sie sind aber hier im Ersten und es ist noch dazu EM. (Dazu muss man wissen, dass der 1. Bezirk der exklusivste und teuerste Bezirk von Wien ist wo sich die Hofratswitwen, die sich noch immer den Kaiser zurückwünschen, in ihren Altbauten junge Gigolos halten und ihre Pudel zur Maniküre bringen um sich danach am Graben über die ganzen Ausländer zu beschweren, die in der Stadt sind. Bei einem Glas Prosecco natürlich).

Wiener: Jo scho. Owa (aber) des is jo trotzdem Wien, oder? Warum sois im Ersten teira (teurer) sein? Nua weu de boa (paar) Büldschirm do aufgstöt (aufgestellt) san?

Reporter: Schon, ja. Was für ein scharfer Vergleich! Ich wünsche noch viel Spass beim Match.

Was wieder eindrucksvoll beweist, WIE dumm manche Leute wirklich sind. Speziell in Wien.

Ach ja, noch etwas. Die Experten der Stadt Wien überlegen jetzt eine „Happy Hour“ einzuführen um die Gäste, die, solange kein Spiel läuft, nicht anwesend weil sie unterwegs sind, doch noch in die „schönste Fanzone der Welt“ zu locken. Dann kostet das Bier, das bestenfalls am Hopfen vorbeigetragen wurde, nur 3,50. Dies soll einen Zustrom von mehreren tausenden Besuchern garantieren.

Na dann Prost! Bulgarien wird Europameister!


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