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Januar 16, 2008

Interview mit einer Bibel

Geposted in: Interview der Woche

Nachdem Leslie endlich aus Florida eingetroffen ist und sich im Marriott am Ring einquartiert hat, holte leonope sie zum Stadtbummel ab. Nachdem die gute Dame allerdings noch mit Schminken im Bad beschäftigt war, wartete leonope im Zimmer und sah dabei eine Bibel am Schreibtisch liegen. Diese einmalige Gelegenheit wurde natürlich sofort genutzt und ein Interview mit dem Buch der Bücher geführt.

leonope: Na Du? Liegst da einfach so rum und hoffst, dass man dich vielleicht beachtet?

Bibel: Das tu ich, in der Tat. Dazu bin ich ja da, dass sich jemand ein Herz fasst und wieder auf den richtigen Weg zurückfindet.

leonope: Wieso auf den richtigen Weg? Denkst Du die sind alle am falschen unterwegs?

Bibel: Natürlich sind sie das. Sieh dir doch nur an wie orientierungslos die Menschen geworden sind.

leonope: Naja, orientierungslos bin ich auch manchmal. Aber deshalb gleich das Buch der Bücher lesen? Hilft mir ja auch nicht weiter.

Bibel: Das sagen sie alle. Aber nur weil sie nicht zuhören wollen und verstehen was ich so zu sagen habe.

leonope: Was habe ich davon wenn ich schöne Worte lese und sobald ich rausgehe mir ein Ziegel auf den Kopf fällt?

Bibel: Das ist Schicksal. Veschlungen sind die Wege des Herrn.

leonope: Das bringt mich natürlich weiter. Ich meine, was soll der Spruch da: „Wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst“?

Bibel: Ach bitte. Erinnere mich nicht dran. Der Letzte der diesen Spruch gelesen hat, hat mich einfach beiseite gelegt, sich einen Wodka aus der Hausbar genommen und ihn nicht auf die Rechnung gesetzt. Der hat da was komplett falsch verstanden!

leonope: Nun ja, Du hättest dich ja auch etwas verständlicher ausdrücken können, oder?

Bibel: Ja was denn noch? Ich rede doch immer in Metaphern und Gleichnissen und versuche den Menschen damit was zu sagen.

leonope: Wie wär´s wenn Du darauf verzichten würdest? Dann bestünde immerhin die Möglichkeit, dass man auch versteht was Du sagst. Komm einfach auf den Punkt und sag was Sache ist.

Bibel: Ich rede ja Klartext. Nur hört mir keiner richtig zu!

leonope: Was ist das hier: „Der Wein ist geschaffen,
dass er die Menschen soll fröhlich machen“?

Bibel: Auch so ein Spruch der völlig missverstanden wird. Hatte da mal einen, der hat soviel Wein gesoffen, dass er den Teppich vollgekotzt hat. Und sich dann noch beschwert hat was für ein Fusel das war.

leonope: Du machst es einem aber auch nicht leicht. Nimmt man dich beim Wort ist man angeschmiert. Tut man´s nicht, beschwerst Du dich, dass keiner auf dich hört. Was willst Du eigentlich?

Bibel: Gottes Wort verkünden! Ist das so schwer zu verstehen?

leonope: Zu verstehen nicht. Aber zu glauben. Man läuft ja Gefahr von dir für blöd verkauft zu werden.

Bibel: Herzlichen Dank. Das hat mir auch noch niemand gesagt.

leonope: So war´s ja nicht gemeint. Aber wenn Du immer nur schöne Geschichten erzählst, jedoch wenn´s brennt die Deckel dicht machst, dann hast Du es halt schwer ernst genommen zu werden. Ist so, oder etwa nicht?

Bibel: Du hast ja irgendwie recht. Ich versuch ja wirklich mein Bestes zu geben. Aber es ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz.

leonope: Das ist es. Trotzdem danke für das Gespräch. Ich glaube ich werd mich jetzt mal mit meiner Freundin auf die verschlungenen Pfade der Stadt begeben und hoffen, dass Gott auf uns aufpasst. Wo ist dein Chef eigentlich?

Bibel: Ach, was weiss ich wo sich der immer rumtreibt. Sagt mir ja nie was, ausser dass ich hier bleiben und warten soll. Da, das hat er mir auch noch reingeschrieben: „Suche den Herrn und Du wirst leben“. Nur gut, dass Papier geduldig ist und ich nichts anderes zu tun habe.


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