Leonope - was wäre...

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Die Anarchie des Gewissens

leonope am 22. März 2007 · 43 Kommentare

Was wäre, wenn jeder der Politik überdrüssig wäre und morgen die Anarchie ausbrechen würde?

Würdest Du sofort alle guten Eigenschaften über Bord werfen und auf Teufel komm raus der Ober-Anarcho werden? Oder bist Du es vielleicht sogar schon? Würdest Du um Dein Leben fürchten oder wäre endlich Deine grosse Stunde gekommen? Würdest Du versuchen Dich auf die „sichere“ Seite zu schlagen, oder würdest Du versuchen, die Macht an Dich zu reissen? Würdest Du das Leben nur mehr als Selbstbedienungs-Laden sehen oder wäre da noch ein letzter Rest von Gewissen, das Dir sagt: Halt ein! Aber was, wenn die Schergen kommen, Dich zu holen?

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bis jetzt 43 Antworten ↓

  • 1 Muschi Gonzalez am 22. März 2007 um 00:04

    Anarchie ist scheiße! Warum? Weil sie nicht funktioniert! Im Endeffekt kann ich ja noch so nett sein – gegen den unfreundlichen Herren mit dem Messer komme ich ja doch nicht an…

    Nein, im Ernst: Auch wenn ich gerade angetrunken bin – Anarchie wäre für mich das Todesurteil! Ich bin zu nett und schwach! (Oh mein Gott, hoffentlich liest das nicht meine Traumfrau, wer immer das auch ist!)

  • 2 konna am 22. März 2007 um 00:06

    Der Ober-Anarcho war ich schonmal, jedenfalls damals in der Schule, wenn man meinen Schulkameraden glauben schenken darf ^^
    Das ist aber nichts mehr für mich. – Ich denke, wenn die Anarchie ausbrechen würde, würde sich für mich nicht so viel ändern bzw. an mir würde ich nicht viel ändern aufgrund meines Gewissens.
    Ich glaube nicht, dass eine Anarchie lange bestehen würde, es wird auch bei uns Menschen immer Alphatierchen geben, die das Sagen haben, also würde wohl verhältnismäßig schnell wieder eine Ordnung eintreten denke ich. Bis es soweit ist, versorge ich mich mit allem möglichem Gerät, was ich schon immer haben wollte, mir aber nicht leisten konnte :)
    Bei der Anarchie gäbe es zumindest kein Überwachungsproblem mehr 😀 – aber dann würden wir uns sicher einige Sicherheit zurückwünschen, ein bisschen Ordnung muss sein, denke ich 😉

  • 3 konna am 22. März 2007 um 00:07

    Ich fasse es nicht, schon wieder war Muschi schneller als ich 😀

  • 4 leonope am 22. März 2007 um 00:08

    @MuschiGZ…sag das aber nicht zu laut…Frauen stehen irgendwie auf Männer die ihre Schwächen zugeben 😉 Was trinkst denn gerade ? LOL

  • 5 leonope am 22. März 2007 um 00:13

    @konna…Du bist echt pünktlich wie eine Schweizer Uhr :) Ich schätze das sehr :)..Nun, Deine Ausführungen sind ja mehr als klar…wobei natürlich schon der kleine Schelm durchblitzt 😉 Aber Du hast recht…was würde sich WIRKLICH ändern? Nur, ich denke, die Überwachung an sich, würde dadurch bestenfalls noch steigen……back to Matrix…;)

  • 6 Muschi Gonzalez am 22. März 2007 um 00:14

    @leonope:

    Zurzeit nicht mehr – muss ja morgen pünktlich auf der Matte stehen (nur noch vier Mal! Yes!).

    Aber vorher brav nur Bier und einen Sambuca/Baileys-Shooter. Wäre ansich bei meiner Grundlage auch nicht das Problem – hätte ich nicht die miese Angewohnheit, mich zuhause gehen zu lassen…

    @ konna:

    Tut mir Leid! Außerdem weiß ich gerade nicht, ob ich deinen Avatar-Wechsel gut finde oder nicht. Dein altes war absolut in Ordnung…

  • 7 leonope am 22. März 2007 um 00:23

    @Muschi….alles klar, verstehe Dich….und hey! besser Du lässt Dich zuhause gehen – was ja OK ist – als Du rastest wo anders aus LOL…cheers 😉

  • 8 konna am 22. März 2007 um 00:26

    @ leonope:
    Naja, aber es wäre zumindest kein Staat mehr, der ein überwachte und niemand, der einen für irgendein Vergehen bestrafen kann – dafür kann einen jeder auch ohne Grund „bestrafen“. Hmm, gefällt mir nicht ^^

    @Muschi Gonzalez:
    Muss dir nicht Leid tun, so wichtig ist das ja nun auch nicht, ich werde es einfach weiter versuchen 😉
    Kann ich das als Kompliment auffassen, dass du meinen alten Avatar in Ordnung fandst? War ja schließlich mein Konterfei drauf. Ich dachte nur, ich ändere den mal passend zum „Thema“ meines Blogs und auch da es eher dunkel war, passte es nicht so gut zu meinen weißen Seiten.

  • 9 konna am 22. März 2007 um 00:27

    Hab auch noch ein bisschen was im Schrank – Dirty Harry, Dooleys, Korn … wird mal wieder Zeit für eine Party 😀

  • 10 leonope am 22. März 2007 um 00:56

    @konna…die Frage ist natürlich, ob es nicht egal wäre WER einen überwacht..es reicht alleine schon der Umstand….

    Dooleys ist ok, aber wenn schon dann bitte mit Stolichnaya 😉

  • 11 konna am 22. März 2007 um 01:34

    Überwachung (im großen Stil) in einer Anarchie? Wer hätte denn a) Nutzen davon und b) die Möglichkeiten/Fähigkeiten, mich zu überwachen?
    Vielleicht sollte man lieber von „beobachten“ oder „beäugen“ sprechen, so auf der Straße, wo dann keiner keinem mehr trauen kann.

    Noch zu was anderem – du schriebst: „Frauen stehen irgendwie auf Männer die ihre Schwächen zugeben“ – wenn es doch nur wirklich so wäre :( 😉

  • 12 Caipi am 22. März 2007 um 09:50

    Anarchie ist scheiße! Warum? Weil sie nicht funktioniert! Im Endeffekt kann ich ja noch so nett sein – gegen den unfreundlichen Herren mit dem Messer komme ich ja doch nicht an…

    Nein, im Ernst: Auch wenn ich gerade angetrunken bin – Anarchie wäre für mich das Todesurteil! Ich bin zu nett und schwach! (Oh mein Gott, hoffentlich liest das nicht meine Traumfrau, wer immer das auch ist!)

    Das unterstreich ich doch mal.

  • 13 Jenni am 22. März 2007 um 10:35

    Apropos unterstreichen. das Mit den Frauen, die Männer mit Schwächen mögen unterstreich ich auch noch mal mit dem Fetten schwarzen Tisch. Wäre nur zu sagen, das Schwächen haben nicht gleichbedeutend ist mit ein Schwächling sein! Wo kämen wir das denn hin, wenn ein Mann keine Schwächen hätte!

    So zum eigentlichen Thema:
    Hilfe! Ich wäre komplett überfordert. Bin ich ja schon! 😉 Gar nicht dran zu denken. Ich bin ja jetzt schon ständig am Rudern weil ich laut Aussage meiner Freunde einfach zu gut für diese Welt bin und wahrscheinlich nur ausgenutz werden würde. Ich würde mich verzweifelt an jede Regel klmmern, weil ich in meinem tiefsten Innern einkleines, spießiges, pefektionistisches Kind bin *g* So ist das nunmal….

  • 14 Jenni am 22. März 2007 um 10:36

    Tisch… ja Jenni… ich meinte Stift… Ich bin noch nicht ganz da!

  • 15 leonope am 22. März 2007 um 11:59

    @konna…“Irgend jemand“ wird IMMER versuchen, Vorteile aus gewissen Umständen zu ziehen, ob Anarchie, Demokratie, Oligarchie oder was auch immer…das liegt in der Natur des Menschen und wird immer so sein. Was ja an sich noch nichts Schlimmes ist…..nur leider allzu oft im negativen Sinne missbraucht wird.

    @caipi…cheers, erst mal :) Hoffe, es schmeckt :) Warum funktioniert Anarchie nicht? Würde mich jetzt echt interessieren….und das mit dem „zu nett“ dafür zu sein, das nehme ich Dir sogar ab 😉

    @Jenni…na wow, Jenni unterstreicht sogar schon mit ´nem fetten Tisch LOL..Alle Männer festhalten! :) DAS nennt man dann wohl, seine Meinung vehement vertreten…LOL

    Nun, ich denke das hat nichts mit spiessig zu tun. Eher mit der Tatsache, das man an gewisse „Muster“ gewöhnt ist und es möglicherweise schwer fällt, völlig OHNE „Ruder“ durchs Leben zu steuern 😉

    Brauchst Du ´nen FILZ-Stift? Den gibt´s in der Kategorie „Interviews“ LOL

  • 16 Caipi am 22. März 2007 um 13:16

    Also das Trinken mach ich jetzt nicht, isn bissl früh.
    Wieso Anarchie nicht klappt: Weil es keinerlei Regeln gibt. Weil alle machen können was ihnen gefällt und niemand reguliert irgendwas. Ich kann in den nächsten Supermarkt gehen, mir was zu futtern klauen und dafür von der Kassiererin erschossen werden- who cares? Gibt nix, das das verbietet…

    Wenn alle Menschen dem Idealbild des gebildeten, kultivierten und anständigen Typs entsprechen würden, sähe die Sache vielleicht anders aus. Aber da das nicht zutrifft und der Mensch ein egoistisches, kleinliches, meist ziemlich beschränktes, wankelmütiges und rachsüchtiges Wesen ist, dass nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist, funktioniert Anarchie nicht. Genausowenig wie Kommunismus. Die Idee einer Welt ohne Regeln/ einer Welt, wo allen alles gehört, ist im Prinzip wirklich schön, nur leider ist sie nicht mit der Wirklichkeit vereinbar.

  • 17 Caipi am 22. März 2007 um 13:18

    Hm… und nur mal so, zum Kommunismus: ich würd gar nicht einsehen, alle gleich zu behandeln oder mit allen alles zu teilen. Was springt denn für mich dabei gutes raus?

    😉

  • 18 leonope am 22. März 2007 um 13:20

    @caipi….weise Worte…mehr ist dem nicht hinzu zu fügen…

  • 19 leonope am 22. März 2007 um 13:22

    @caipi….eine Dir freundlich gesinnte Supermarkt-Kassierin, die Dir beim Klauen des Futters, hilfreich die Tasche aufhält LOL :)

  • 20 konna am 22. März 2007 um 13:28

    Warum Anarchie nicht funktioniert? Wegen des unberechenbaren Faktors Mensch. Wären alle Menschen „gut“ könnte das funktionieren, aber leider ist die Eigenschaften Egoismus zu sehr ausgeprägt und die Eigenschaften Mitgefühl und Nächstenliebe zu gering ausgebildet.
    Die paar Netten und Schwachen wie Muschi, Caipi und ich würden im Gegensatz zu den Starken und Gewissenlosen gnadenlos benachteiligt werden. :)

  • 21 konna am 22. März 2007 um 13:30

    Ja, ich hab zu lange geschrieben. Ich kann Caipis Kommentar fast mit einen ganz dicken „Tisch“ unterstreichen 😉
    Wobei Kommunismus eher funktioniert als Anarchie. Man müsste es wirklich nur allen Menschen richti verkaufen und einbläuen.

  • 22 leonope am 22. März 2007 um 13:41

    @konna…mal die Fakten auf den „Tisch“ gelegt :) Wie sage ich immer? Demokratie ist die intelligenteste Form der Diktatur.

  • 23 Caipi am 22. März 2007 um 14:09

    Nichtmal wenn du es den Menschen richtig verkaufst und einbläust, klappt es. Es wird immer Freidenker geben, die sich dagegen auflehnen… Wobei Freidenker nun einen negativen Beiklang hat, den er aber nicht unbedingt haben muss.

  • 24 leonope am 22. März 2007 um 14:17

    @caipi…dem stimme ich zu…auch der Aussage mit den Freidenkern, die, wenn wir das Ganze einmal nur von der positiven Seite betrachten, ja durchauch inspirierende Wirkung haben können 😉

  • 25 konna am 22. März 2007 um 14:25

    Sicher, da geb ich dir Recht – aber wenn mal rein von der Praxis absieht ist die Theorie des Kommunismus und in gewisser Form auch der Anarchie (in der Theorie sollen die Menschen ja ohne die von „oben“ aufgesetzten Regeln friedlich miteinander leben) sicher wünschenswerter als Demokratie, die wie leonope sehr weise sagt, nur eine abgewandelte Form der Diktatur ist :)

  • 26 Caipi am 22. März 2007 um 14:45

    Wünschenswerter, sicherlich. Aber nicht realisierbar. Deswegen sind auch alle Menschen, die inbrünstig daran glauben und das umsetzen wollen, Spinner, die den Tatsachen nicht in die Augen sehen, sondern sie verklären.

  • 27 konna am 22. März 2007 um 14:53

    @ caipi: Hm, ist ein Standpunkt. Würde ich aber nicht ganz so sehen, da muss man differenzieren. Unmöglich ist vielleicht zu stark. Wenn man an etwas glaubt und es für richtig und wichtig erachtet, dann sollte man das auch ruhig tun, das würde ich nicht als „Spinnerei“ bezeichnen. Glaube versetzt manchmal Berge und würde es viele Erfindungen geben, hätten nicht irgendwelche „Spinner“ an ihre Theorien geglaubt? Viele Leute, die früher als Spinner galten, sind heute berühmt und Begründer moderner Wissenschaften. Da bin ich also nicht ganz einig mit dir :)

  • 28 Skywalker am 22. März 2007 um 15:47

    Alle Ideologien sind nur eine Rechtfertigung für die Existenz eines Staates, in Verbund mit Menschenbildern („Der Mensch ist ein Wolf, der ohne staatliche Kontrolle und Gewalt sich selbst ausrotten würde“, Hobbes). Ich will nicht sagen, dass Anarchie da die einzige Möglichkeit ist, aber wenn wir von sozialen Revolutionen sprechen wollen, so bin ich dafür. Es geht um Arbeitsteilung, nicht um menschlichen Egoismus. Anarchie heisst nicht unbedingt, dass man sich gegenseitig die Fresse polieren muss. Und hier wurden in den Kommentaren schon so viele Menschenbilder preisgegeben, dass es mich fast schon umhaut. Warum sollte man einem einzigen Menschen nicht zutrauen, genug Verstand zu besitzen, es auch ohne eine Überwachung durch den Staat zum Leben zu schaffen? Weil die Wirtschaft dann streikt? Nö, würde sie nicht. Wie gesagt, Arbeitsteilung.

    Jedenfalls, Anarchie insofern dass kein Staat existiert ist durchaus möglich wenn keine Unzufriedenheit herrscht. Woher kommt die Unzufriedenheit? Unterdrückung, Freiheitsberaubung und so weiter. Dann gäbe es auch keine Klassenunterteilungen mehr, also quasi keine „pöbelenden Asozialen“, weil jeder in den Genuss von Bildung usw kommt. Das ist sowieso die größte Scheisse an unserer Gesellschaft, die Klassifizierung…

    Ich kann grade meine Gedanken nicht so richtig ausführen, aber meiner Meinung nach sind Rechtefertigungen für den Staat lediglich Rechtfertigungen für eine Machtposition eines einzelnen oder einer bestimmten Gruppe. Sucks much.

  • 29 konna am 22. März 2007 um 16:08

    @skywalker:

    Sorry, wenn ich widersprechen muss, meiner Meinung nach ist die Klasseunterteilung kein Problem der Demokratie, sonder ein Problem des Kapitalismus. Sehr wohl kann es in einer Anarchie Klassenunterteilungen geben, zwar nicht unbedingt mehr reich und arm, dafür aber stark und schwach – nur die starken haben Macht – würde dann schon sehr richtung Darwin gehen, was dann ablaufen würde.
    Die negativen Menschenbilder rühren daher, dass man wohl wirklich mehr als genug schlechte Beispiele jeden Tag vor sich hat.
    Und die Unzufriedenheit kommt, glaube ich, nicht hauptsächlich durch Unterdrückung und Freiheitsberaubung. Eigentlich ist es doch viel einfacher und trauriger: Unzufriedenheit entsteht vor allem dadurch, dass man kein Geld hat, woraus wiederum Neid entsteht.
    Dein Modell der Arbeitsteilung hab ich noch nicht ganz durchschaut, da wäre ich für eine ausführlicher Beschreibung dankbar, im klassischen Sinn war das ja nicht gemeint, oder?

  • 30 leonope am 22. März 2007 um 16:14

    Ja hallo…hier gehts ja heute richtig zu. Vielleicht sollte ich wieder mal ´ne einfachere Frage stellen…LOL…ne, ist schön zu sehen, wie sich das hier entwickelt.

    Nun, ich kann im Grunde genommen jeder Meinung hier eine Menge abgewinnen. Es ist NATÜRLICH überall etwas Wahres dran.

    Persönlich muss ich aber sagen, dass mir der Denkansatz und die Sichtweise von skywalker sehr gut gefällt. Und eines ist dabei zu 100% richtig: Der Mensch IST das dümmste aller Tiere :)

  • 31 konna am 22. März 2007 um 16:27

    Hab ich das jetzt falsch verstanden? Ich dachte, dass skywalker der Meinung ist, dass dem Menschen durchaus mehr zuzutrauen sei als beispielsweise caipi und ich das sehen? *confused*

  • 32 leonope am 22. März 2007 um 16:33

    @konna…mir stellt sich dabei die Frage, was Unzfriedenheit bzw. Zufriedenheit wirklich ist und woher sie letzten Endes kommt. Die Unzufriedenheit NUR vom Geld abhängig zu machen…dem „möchte“ ich so nicht unbedingt zustimmen. Man kann auch ohne Geld zufrieden sein und muss niemandem etwas neiden. Ich denke es ist mehr ein „Zustand“ der sich aus dem jeweiligen, situationsbedingtem, vorhandenen Umfeld und der damit verbundenen Lebensqualität entwickelt. Die sich a) aus dem privaten Bereich und b) aus den staatlichen „Bevormundungen“ des täglichen Lebens ergibt Ich kann aber natürlich auch falsch liegen mit dieser Meinung, warum nicht?

  • 33 konna am 22. März 2007 um 16:47

    Unterschiedliche Meinungen sind doch was tolles, da kann man wenigstens schön diskutieren :)

    Und sicher, NUR am Geld wird es nicht liegen. Die Ansprüche sind ja auch unterschiedlich. Aber zu wenig Geld ist immer ein Grund für Unzufriedenheit. Private Dinge gehören sicher auch dazu, Liebesdinge, Trauerfälle, Krankheiten, alles mögliche. Aber staatliche Bevormundung als Hauptgrund? Weiß nicht, damit bin ich zwar auch unzufrieden, schaut man zum Beispiel mal auf meine Haltung zur „Killerspiel“-Debatte, aber ich denke eher, dass das vielleicht ein Anhaltspunkt dafür ist, dass es uns doch eigentlich sehr gut geht so. Sobald die Grundbedürfnisse gestillt sind, kann man sich eben auch um anderweitige Dinge sorgen und damit unzufrieden sein. Meinst du nicht, dass es einem Arbeitslosen oder einer allein erziehenden Mutter nicht völlig egal ist, ob bestimmte Plätze videoüberwacht sind oder ihre Telefongespräche abgehört werden, wenn sie nichts zu Essen im Kühlschrank haben?
    Eigentlich jammern wir alle immer auf sehr hohem Niveau, das ist auch so ein typisch deutsches Problem, was sich aber nicht so einfach lösen lässt.

  • 34 leonope am 22. März 2007 um 18:17

    @konna….ich hab nicht gesagt, dass es der Hauptgrund ist. Es ist ein Teil davon 😉

    Deine Frage bezüglich des Arbeitslosen bzw. der allein erziehenden Mutter, möchte ich mal so beantworten: Ich bin nicht in dieser Situation, aber auch wenn einer der beiden Zustände auf mich zutreffen würde, würde ich es nicht wollen, an jeder Ecke gefilmt zu werden bzw. mich damit einverstanden erklären, dass man ungebeten meine Telefonate, meinen Mail-Verkehr und sonstigen privaten Dinge die ich tue, abhört und vielleicht sogar aufzeichnet – unabhängig davon ob ich was zu futtern hätte oder nicht. Leider Gottes ist es aber so 😉

    Und das Jammern auf hohem Niveau ist doch im Grunde genommen schon die Form von Unzufriedenheit, die – aus welchen Gründen auch immer – mehr und mehr um sich greift. Nicht NUR in Deutschland. Wen wundert es?

  • 35 Muschi Gonzalez am 22. März 2007 um 18:24

    So, nüchtern, aber dafür müde, klinke ich mich wieder ein…

    Anarchie. Hm, also was ich heute Nacht geschrieben habe war absolut meine Meinung! Warum halte ich nicht viel von Anarchie? Weil ich nicht darauf vertraue, dass die Menschen „Friede, Freude, Eierkuchen“ miteinander machen.

    Das hat nichts mit Geld zu tun. Gut, auch in einer Anarchie würde es wohl etwas ähnliches geben – oder wie kommt der Totengräber sonst an ein Auskommen? Seine Kunden werden ihm wohl kaum was geben können…

    Aber vergessen wir das, weil man sich in der puren Anarchie schließlich mit Geld keine Macht sichern kann und sich mit jedem persönlich einigt. Die Probleme treten wo anders auf: Da leben zum Beispiel vier Parteien in einem Mietshaus. Zwei Familien, ein altes Ehepaar und eine WG von jungen Leuten. Schön. Und jetzt geht es aber los: Die WG möchte eine Party geben und bis vier Uhr morgens laute Musik spielen – die alten Leute und die kleinen Kinder von den Familien wollen aber schlafen. Also treffen sich alle zum Diskutieren. Das Geländer der Treppe ist kaputt. Wie wird der Schaden behoben? Alle treffen sich zum Diskutieren. Der Weg zum Haus wird häufig vom Auto der alten Leute versperrt. Die begründen dies mit ihrem Alter, in dem man nicht mehr so lange Wege zurücklegen können. Um eine Lösung zu finden diskutieren alle zusammen. Die eine Familie zieht aus, dafür zieht ein Siamkatzenzüchter ein. Alle Regeln müssen neu diskutiert werden, weil er nicht einsieht, sich an Regeln zu halten, an denen er weder mitgearbeitet hat noch seine speziellen Bedürfnisse berücksichtigt sieht.

    Und dieses Diskutieren zieht sich durch jeden Lebensbereich. Überall, wo sich mehrere Menschen einigen müssen, muss diskutiert werden. Frei Bildung für alle? Wohl kaum! Wenn ein Schüler notorisch stört, wird er wie bisher von der Schule geschmissen – nur, dass er nicht mehr der staatlichen Schulpflicht unterliegt und sich somit gerade selbst von der gemeinschaftlichen Bildung ausgeschlossen hat, weil ihn keine andere Schule aufnehmen möchte…

    Versteht ihr, was ich damit sagen will? Anarchie ist zu kompliziert für unsere moderne Gesellschaft. Als die Menschen noch mit kleinen Horden umherzogen mit vielleicht 15 Mitgliedern und ihr Tag aus umherziehen, jagen, Feuer machen, essen, Sex und schlafen bestand war Anarchie noch möglich. Und dennoch sind gerade diese Gruppen die Keimzellen der Despotie, indem sich einzelne Individuen als Gruppenführer herauskristallisierten. Anarchie ist in Ordnung – wenn ich am Tag mit den immer selben Individuen fünf, sechs Sachen entscheiden muss. Man kennt sich, man kommt zueinander und um des Friedens Willen gibt man auch hin und wieder dem Quertreiber nach, damit er der Gruppe weiterhin erhalten bleibt. Wenn ich aber tagtäglich dreißig Sachen diskutieren muss und zwar mit wechselnden Individuen – das geht einem irgendwann auf den Sack! Einfach, weil man sich fragt, warum ausgerechnet dieser Depp zu diesem Thema seine absolut weltfremde Meinung kundtut, obwohl es eigentlich um etwas ganz anderes geht. Ich war Schülervertreter in der Gesamtkonferenz meiner Schule – holla die Waldfee! Was da teilweise für unwichtige Details über Stunden diskutiert werden muss oder wie bereits gefällte Beschlüsse lauthals angefechtet werden, weil man bei der letzten Sitzung nicht aufgepasst und deswegen die Tragweite der Entscheidung nicht begriffen hätte! Hallo? Und eine Gesamtkonferenz trifft ja nur einen Teil der Entscheidungen, die die Schule betreffen – wenn ich mir vorstelle, dass das mit jedem einzelnen Posten des Schulbudgets gemacht würde…

    Ich finde, dass wir ruhig mehr Demokratie wagen sollten. Das Schweizer System finde ich sehr ansprechend. Ich finde es auch toll, dass es in Niedersachsen Gesamtkonferenzen gibt, die ín den Schulen Demokratie verankern. Aber nur in dem Gewissen, dass es Regeln gibt und ich nicht jedes Mal anfangs über das selbe Thema diskutieren muss weil es keine fixen und juristisch anfechtbare Entscheidungen gibt!

    Amen!^^

    Zur Demokratie:

    Zum einen siehe oben, ansonsten sei noch das wundervolle Zitat erwähnt, dass Demokratie die schlechteste aller denkbaren Regierungsformen ist, es leider aber auch keine bessere gibt. Und die Griechen verstanden nur eine Regierungsform als Demokratie, wenn die Abgeordneten per Los ermittelt wurden…

    @Konna:

    Ja, das mit dem Avatar war ein Kompliment. Die Begründung für den Wechsel leuchtet aber ein.

    Ein kleiner Minuspunkt: Dirty Harry! Das Zeug ist für mich wie Sekt ein Indikator, dass ich zuviel getrunken habe. Denn beides trinke ich nur über 1,5 Promille freiwillig…

  • 36 Schmetterling am 22. März 2007 um 19:01

    … Anarchismus ist etwas Wunderbares!!! und ich versuche, soweit wie es geht, auch so zu leben. Ich verstehe unter Anarchie, die Freihheit, nach meinem Lebensgefühl leben zu können. Wer hat das Recht mir irgent etwas zu erlauben oder zu verbieten? Wer kann es begrenzen, was man darf und was nicht, was falsch ist und was nicht? Das ist unmöglich, da jeder seine eigene Vorstellung davon hat.
    … aber, das große ABER… wir Menschheit sind noch in der Entwicklung. Wären wir perfekt, bräuchten wir keine Gesetze. Dann hätten wir ein „Paradies auf Erden“, denn jeder wüßte, was zu tun und was zu lassen ist.
    … da wir aber noch weit davon entfernt sind, brauchen wir, so schmerzhaft das auch ist, Gesetze. :(

  • 37 Muschi Gonzalez am 22. März 2007 um 19:18

    @Schmetterling:

    Ja, das finde ich schön! Anarchie ist die Utopie, auf die wir alle hinarbeiten. Weil Perfektionismus nicht möglich ist, werden wir sie nie verwirklichen können. Aber wenn wir ihr so nah kommen wie nur irgend möglich ist die Welt ein besserer Ort!

  • 38 Jenni am 22. März 2007 um 19:22

    Mir grauste es grad ganz fürchterlich… das was Muschi da ausführte kenn ich nur zu gut. Auch noch aus Schulzeiten. Ich sag nur Landesschülerparlament… das wäre ein Argumentationspunkt, den ich irgendwie verdrängt habe. Wo kämen wir denn da hin wenn wir über ALLES diskutieren müssten. Das geht ja schon los, wenn ich ins Auto steige. Rechts vor Links oder ausdiskutieren? Ich würd ja nicht mal bis zum Supermarkt um die Ecke kommen…(Nicht das ich da mit dem Auto hinmüsste nur theoretisch)… Himmel… Also ich finde Regeln müssen sein. Nicht alle…(einige sogar ganz und gar nicht) aber wenn ich mich täglich mit so `nem Kleinkram rumschlagen müsste hätt ich gar keine Kraft mehr um meine Träume auszuleben (das wird so schon immer weniger je länger der Tag war)… ganz davon abgesehen, dass es einfach zu viele Arschlöcher gibt! Und da brauch ich nicht mal einen Tisch um das zu unterstreichen *g* (Ich war wirklich nicht ganz da heute morgen…wobei eigentlich den ganzen Tag nicht 😉 )

  • 39 leonope am 22. März 2007 um 22:10

    @ … an alle hier :) Wollte nur mal allen Diskussionspartnern hier mitteilen, dass ich die Art und Weise, wie diese Frage oder besser gesagt dieses „Thema“ behandelt wird, sehr schätze! Tolle Beiträge, viele gute Argumente, interessante Ansichten und Einstellungen…alles drin was rein gehört. Heute geht´s ja wirklich „staatstragend“ zu :)

  • 40 konna am 23. März 2007 um 02:02

    Das perfekte Beispiel einer fruchtbaren und sachbezogenen Diskussion :)

    @ Muschi: Dann danke ich recht herzlich ^^
    Finde deine Weise der Argumentation übrigens sehr überzeugend und klar verständlich, ich bin beeindruckt, besser konnte man das, was du sagen willst, freilich nicht ausdrücken

    P.S.: Bei mir kommt der Harry meist beim „Vorglühen“ zum Einsatz 😉

  • 41 Skywalker am 23. März 2007 um 13:47

    Hm… ich bin gerade zu müde, um gegen all das anzudiskutieren, zu mal ich wirklich grottenschlecht in Sammlung bzw Niederlegung von Argumenten bin, alles was ich schriftlich kann, ist Schwafeln. Aber ganz kurz: Es ist schwierig, sich vorzustellen, dass man anarchisch leben könnte, zumal wir nicht nur kapitalistisch, sondern auch demokratisch aufgewachsen sind. Ich kann’s mir meistens auch nicht vorstellen, aber wenn man sich das alles verinnertlich und wirklich mal darüber nachdenkt, geht es in unserer Staatsform und Ideologie nur um Machtanspruch.. vielleicht schreib ich demnächst mal was darüber in meinem Blog..

  • 42 leonope am 23. März 2007 um 14:11

    @skywalker…was ich mit grossem Interesse lesen werde 😉

  • 43 Muschi Gonzalez am 23. März 2007 um 17:41

    @Konna:

    Vielen Dank für die Blumen!

    @Skywalker:

    Ich lese es sowieso! *gg*

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